1. Warum Mietverwaltung Software statt Excel?
Viele Vermieter starten mit Excel — und bleiben oft dabei, bis die Tabelle nicht mehr handhabbar ist. Bei 5 Einheiten funktioniert eine gepflegte Tabelle noch gut. Ab 10-15 Einheiten wird es kritisch: Die monatliche Zahlungszuordnung kostet 3-4 Stunden, Formelfehler summieren sich, und die Übersicht geht verloren.
Die häufigsten Schmerzpunkte, die Vermieter zum Softwarewechsel bewegen:
- closeManuelle Zahlungszuordnung: Jeden Monat jeden Kontoauszug Zeile für Zeile mit der Mieter-Liste abgleichen. Bei 20 Mietern und 3 Bankkonten sind das schnell 60+ Überweisungen.
- closeFehlende Saldo-Übersicht: Wer schuldet wirklich wie viel? Wenn Teilzahlungen eingehen, wird es in Excel unübersichtlich.
- closeVergessene Mahnungen: Ohne automatischen Reminder bleibt Geld auf der Straße. Besonders bei kleinen Beträgen schiebt man es vor sich her.
- closeDokumente von Hand: Mietverträge in Word, Übergabeprotokolle als Notizblock, Kautionsabrechnungen per Taschenrechner.
Eine professionelle Mietverwaltung Software automatisiert all das — und spart nachweislich 3-5 Stunden pro Monat bei einem typischen Portfolio von 10-50 Einheiten.
2. Die 5 wichtigsten Auswahlkriterien
account_balance Bankimport und automatische Zahlungszuordnung
Das ist der Feature, der Ihnen die meiste Zeit spart. Nicht jede Software bietet echten Import aus dem Online-Banking. Achten Sie auf: Anzahl unterstützter Banken, Qualität des Matchings (nur IBAN oder auch Name/Betrag/Alias?), und Umgang mit unklaren Zahlungen.
forward_to_inbox Mahnwesen und Eskalation
Ein guter Mahnworkflow sollte mehrstufig sein (Erinnerung → formelle Mahnung → Inkasso-Vorbereitung), automatische Fristen berechnen und Bulk-Versand unterstützen. Idealerweise mit Saldo-Sparkline, damit Sie die Rückstands-Entwicklung auf einen Blick sehen.
smartphone Mobiler Zugriff
Desktop-Software (Lexware, WISO) funktioniert nur am PC. SaaS-Lösungen laufen im Browser — aber nicht alle bieten volle Funktionalität auf dem Handy. Prüfen Sie: Können Sie unterwegs Zahlungseingänge sehen, Mahnungen versenden und Verträge einsehen?
gavel Dokumentenerstellung und Rechtssicherheit
Mietverträge, Übergabeprotokolle, Kautionsabrechnungen — alle müssen rechtlich einwandfrei sein. Besonders wertvoll: Klausel-Prüfung gegen aktuelle BGH-Rechtsprechung (unwirksame Klauseln können Sie teuer kosten). Achten Sie auf PDF-Export und Widerrufsbelehrung bei Fernabschlüssen.
euro Preis-Leistungs-Verhältnis
Vergleichen Sie nicht nur den Monats- oder Jahrespreis, sondern den Preis pro verwalteter Einheit. Eine Software für 19 EUR/Monat mit 15 Einheiten kostet Sie 1,27 EUR pro Einheit — das ist weniger als eine halbe Stunde Arbeitszeit.
3. Mietverwaltung Software im Vergleich: 6 Lösungen
Wir haben die sechs relevantesten Lösungen für den DACH-Markt verglichen — Desktop-Software und SaaS-Lösungen. Die Bewertung basiert auf öffentlich verfügbaren Informationen, eigener Recherche und Nutzerfeedback (Stand: April 2026).
| Software | Typ | Preis ab | Bankimport | Mobile | Stärke |
|---|---|---|---|---|---|
| Lexware Vermieter | Desktop | ~99 €/J | — | — | DATEV-Anbindung |
| WISO Vermieter | Desktop | ~29 €/J | — | — | NK-Abrechnung |
| objego | SaaS | ~12 €/Mo | check | check | Moderne UX |
| Vermietet.de | SaaS | ~10 €/Mo | remove | check | ImmoScout-Brand |
| Immoware24 | SaaS | Individuell | check | check | Enterprise |
| MietCheck Pro | SaaS | 19 €/Mo | check | check | Waterfall-Matching |
Lexware Vermieter
Die etablierte Desktop-Lösung von Haufe-Lexware. Stärken: DATEV-Export für den Steuerberater, umfangreiche Nebenkostenabrechnung. Schwächen: Keine Web-Version, kein mobiler Zugriff, kein automatischer Bankimport. Fühlt sich in 2026 veraltet an — gut für steuerberaterorientierte Workflows, schlecht für unterwegs.
Preis: ~99 EUR/Jahr (Einzelkauf) · Zielgruppe: Privatvermieter mit Steuerberater-Fokus
WISO Vermieter
Günstig und fokussiert auf Nebenkostenabrechnung. Die Buhl-Marke ist vielen Nutzern von WISO Steuer bekannt. Schwächen: Kein Bankimport, kein Echtzeit-Dashboard, sehr eingeschränkte Mobile-Nutzung. Für Vermieter, die hauptsächlich die jährliche NK-Abrechnung brauchen — aber nicht für tägliches Mietmanagement.
Preis: ~29 EUR/Jahr · Zielgruppe: Privatvermieter mit 1-5 Einheiten, NK-Fokus
objego
Moderner SaaS-Anbieter mit guter UX und Fokus auf Nebenkostenabrechnung. Bankverbindung möglich, aber ohne intelligentes Matching (Sie ordnen Zahlungen manuell zu). Guter Einstieg für Privatvermieter, die vor allem die jährliche Abrechnung digital haben wollen. Mobile-App vorhanden.
Preis: ~12 EUR/Monat + Aufpreis pro Einheit · Zielgruppe: Privatvermieter mit NK-Abrechnungs-Bedarf
Vermietet.de (ImmoScout24 VermietenPlus)
Gehört zu ImmoScout24 und kombiniert Inserieren + Verwalten. Vorteil: Ein Account für Inserat und Verwaltung. Nachteil: Kein echter Bankimport mit automatischer Zuordnung, wenig Automatisierung im Mahnwesen. Die Login-Seite leitet zu ImmoScout24 weiter — der eigene Brand geht verloren.
Preis: ~10 EUR/Monat + pro Einheit · Zielgruppe: Privatvermieter, die auch inserieren
Immoware24
Enterprise-Lösung für professionelle Hausverwaltungen. ISO 27001, umfangreiches Feature-Set, WEG-Verwaltung, Eigentümer-Kommunikation. Nachteil: Kein Self-Service (Demo nur nach Rückruf), individuelles Pricing (meist deutlich über 100 EUR/Monat), überladenes UI. Für kleine Hausverwaltungen überdimensioniert.
Preis: Individuell (Enterprise) · Zielgruppe: Große Hausverwaltungen 250+ Einheiten
MietCheck Pro
Cloud-native SaaS aus Deutschland mit dem stärksten Bankimport im Markt: Waterfall-Matching (IBAN → Alias → Betrag → Fuzzy-Name) für CSV-Exporte aus jedem Online-Banking. 4-Stufen-Mahnmanagement mit Dashboard-Triage-Cockpit und Saldo-Sparkline. BGH-Klausel-geprüfte Mietverträge (18 Urteile). Mobile Übergabeprotokolle mit Foto-Capture und Touch-Signatur. Kautionsabrechnung nach § 551 BGB mit tagesgenauer Verzinsung. Excel/CSV-Export für Steuerberater. Opening-Balance-System für Bestandsmieter-Übernahme mit 3-Ledger (Miete/NK/Kaution).
Ehrliche Schwächen: Keine vollständige Nebenkostenabrechnung (NK-Ledger existiert, Generator in Entwicklung). Kein DATEV-Export (geplant). Kein SEPA-Lastschrifteinzug. Noch jung am Markt — wenig externe Bewertungen. Keine WEG-Verwaltung.
Preis: ab 19 EUR/Monat (Basic), 14 Tage kostenlos ohne Kreditkarte · Zielgruppe: Privatvermieter und kleine Hausverwaltungen (5-250 Einheiten)
4. Empfehlung nach Zielgruppe
Privatvermieter mit 1-5 Einheiten
Wenn Ihre Hauptanforderung die jährliche Nebenkostenabrechnung ist, sind WISO Vermieter (29 EUR/Jahr) oder objego (ab 12 EUR/Monat) solide Optionen. WISO ist am günstigsten, objego bietet die modernere Oberfläche.
Wenn Sie dagegen monatlich Zahlungen tracken und automatisch zuordnen wollen, ist MietCheck Pro die bessere Wahl — trotz fehlender voller NK-Abrechnung. Der Bankimport allein spart Ihnen 2-3 Stunden pro Monat.
Privatvermieter mit 5-50 Einheiten
Unsere Empfehlung: MietCheck Pro (Basic oder Pro). Ab 5 Einheiten wird manuelle Zahlungszuordnung zum Zeitfresser. Das Waterfall-Matching, 4-Stufen-Mahnmanagement und die BGH-geprüften Verträge sind in dieser Größenordnung echte Differenziatoren. Der Excel-Export macht Ihren Steuerberater glücklich.
Alternative: objego, wenn NK-Abrechnung Ihre höchste Priorität ist und Sie Bankimport manuell zuordnen können.
Kleine Hausverwaltungen (50-250 Einheiten)
MietCheck Pro Business (99 EUR/Monat, unbegrenzt Einheiten) oder Immoware24 (Enterprise). MietCheck Pro bietet den stärksten Bankimport und das beste Mobile-Erlebnis. Immoware24 hat WEG-Verwaltung und DATEV — aber kein Self-Service und deutlich höhere Kosten.
Beachten Sie: Wenn Sie DATEV-Export brauchen, hat MietCheck Pro das aktuell noch nicht (in Planung). Für reine Mietverwaltung ohne WEG ist MietCheck Pro das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
5. Häufige Fragen
Was kostet Mietverwaltung Software? expand_more
Brauche ich als Privatvermieter eine Software? expand_more
Was ist der Unterschied zwischen Desktop und SaaS? expand_more
Kann ich meine bestehenden Daten importieren? expand_more
Welche Software hat den besten Bankimport? expand_more
Ist meine Software DSGVO-konform? expand_more
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